Auf dem Wege zur „Massenmobilisierung“ war die Erfindung des von Zugtieren unabhängigen Zweirades ein epochaler Schritt. 
1817 erfand Karl von Drais die nach ihm benannte „Draisine“: Dieses Laufrad hatte keine Pedale, sondern wurde bewegt, indem sich der Benutzer mit den Füßen unmittelbar von der Fahrbahn abstieß.

Ab den 1860er Jahren folgten die in Frankreich und England entwickelten „Velozipede“ und „Hochräder“ mit Tretkurbeln an den Naben großer Vorderräder, die höhere Geschwindigkeiten erlaubten, aber auch umständlich zu besteigen und sturzgefährlich waren. Sie blieben Episode, ab Mitte der 1880er Jahre setzte sich die bis heute übliche „Niederrad“-Bauweise mit Kettenantrieb durch.

Unser von Max Kormann gestiftetes und von Jürgen Bayer restauriertes Hochrad wurde um 1885 gebaut und gehört damit zu den letzten seiner Art.