Elvis auf Knopfdruck: Eine Gitarren-Brosche spielt „Love Me Tender“

Details und Abmessungen:

Diese außergewöhnliche Brosche stammt aus der Sammlung von Luitpold Mehler aus Tirschenreuth. Das Schmuckstück ist vermutlich aus vergoldetem 800er Silber gefertigt und besitzt eine feine Kette mit einem Anhänger in Gitarren- beziehungsweise Mandolinenform.

Die blau emaillierte Miniatur misst etwa 7,5 × 3 × 1 cm und enthält ein filigranes Walzenspielwerk aus der Zeit um 1970. Zum Originalensemble gehören außerdem ein Etui aus rotem Kunstsamt mit dem Aufkleber „Love Me Tender“ sowie der originale Beilagezettel mit derselben Melodiebezeichnung.

Weitere Informationen zur Sammlung im Musikeum:

Anton Heindl konnte durch Alfred Mehler, Inhaber der Tuchfabrik Mehler in Tirschenreuth, aus dem Nachlass seines Onkels Luitpold Mehler eine Sammlung von Spieluhren und Werken der Firma Reuge aus den 1950er-Jahren erwerben.

Ein Teil der fast 50 Exponate ist dauerhaft in unserem Museum ausgestellt. Die Sammlung umfasst außergewöhnliche Musikboxen mit kunstvollen Intarsienarbeiten und Spielwerken von 3 bis 72 Stimmen.

Zu den besonderen Highlights zählt die limitierte Musikbox „Chimes of Liberty“, die anlässlich des amerikanischen Jubiläums von 1776 bis 1876 gefertigt wurde – inklusive Originalzertifikat und Garantieurkunde.

Darüber hinaus präsentiert die Sammlung zahlreiche Kleinwalzenwerke, eingebaut in exklusive Alltags- und Schmuckobjekte wie Feuerzeuge, Anhänger, Broschen, Geldklammern und vieles mehr. Ergänzt wird die Ausstellung durch originalverpackte Ersatzwerke in unterschiedlichsten Varianten.

Informationen zu Reuge:

Reuge wurde 1865 von Charles Reuge im schweizerischen Sainte-Croix gegründet und gilt heute als einer der bekanntesten Hersteller hochwertiger mechanischer Musikwerke und Luxus-Spieluhren. Das Unternehmen produzierte im Laufe seiner Geschichte nicht nur Spieluhren, sondern auch musikalische Taschenuhren, Puderdosen, Feuerzeuge und andere dekorative Luxusobjekte. Reuge war besonders dafür bekannt, kleine Musikwerke in ungewöhnliche Objekte einzubauen — etwa Schmuckdosen, Zigarettenetuis oder Miniaturkunstwerke.

Reuge, gegründet auf dem Gelände des IM’A (Institut de la Mécanique d’Art), das sich noch immer in Sainte-Croix befindet, gilt als treibende Kraft im Bereich der mechanischen Kunst, einer Disziplin, die seit 2020 auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO steht.

Jetzt reinhören:

Eckdaten zu Luitpold Mehler:

  • Wurde am 31.12.1903 in Tirschenreuth als jüngstes von zwölf Kindern des Tuchfabrikanten Ignaz Mehler geboren.
  • Beruf: Textilingenieur
  • 1927 wanderte er in die USA aus. Dort arbeitete er in verschiedenen Textilbetrieben und kaufte in Hartford, Connecticut, ein Haus.
  • 1941 heiratete er seine Frau Hildegard. Die Ehe blieb kinderlos.
  • Um nicht in den Krieg ziehen zu müssen, nahm er eine kriegswichtige Tätigkeit in der Flugzeugmotorenfabrik Pratt & Whitney an. Dort arbeitete er bis zum Kriegsende.
  • Nach dem Krieg gründete er die Mail-Order-Versandfirma „Hildegarde’s“, in der er Souvenirs anbot, die die GIs in Deutschland gesehen hatten und die dort sehr in Mode gekommen waren. Dazu gehörten unter anderem Hummelfiguren aus der Porzellanfabrik Goebel, Porzellanfiguren und Teller, Holzschnitzereien von ANRI aus Südtirol, Schweizer Spitzendecken und Vorhänge sowie Spieluhren von Reuge aus der Schweiz.
  • Die Firma betrieb er gemeinsam mit seiner Frau in seinem Haus in Hartford. Sogar die Prospekte druckte und verschickte er selbst.
  • Als seine Frau 1986 verstarb, lebte er allein und vereinsamte in seinem Haus. Da ihm noch das elterliche Haus in Tirschenreuth gehörte, holten ihn seine Neffen 1987 in die alte Heimat zurück. Seine Nichte Traudl Raithl pflegte ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1989.